IMC 2004: Sessions

Session 119: MHDBDB: Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank

Monday 12 July 2004, 11.15-12.45

Sponsor:Universität Salzburg: SAMS.on (Salzburger Mittelalterstudien online)
Organiser:Margarete Springeth, Mittelhochdeutsche Begriffsdatenbank, Universität Salzburg
Moderator/Chair:Ulrich Müller, Institut für Germanistik, Universität Salzburg
Abstract

Die MHDBDB ist eine in ihrer Art einmalige Datenbank, die durch ihr äußerst vielseitiges Suchsystem einen Zugriff auf die wichtigsten Werke der mittelhochdeutschen Dichtung von den verschiedensten Blickwinkeln aus ermöglicht. Das Informationssystem erlaubt nicht nur die Abfrage nach Wörtern/Zeichenketten und nach Begriffsfeldern in ein und derselben Datenbank, sondern es kann auch so gut wie jede linguistische und semantische Fragestellung an die Textbasis erfüllen. Damit geht es weit über die Leistungsfähigkeit auch des umfangreichsten Wörterbuches hinaus. Vor allem bietet es die Möglichkeit, nach komplexeren Wort- oder Begriffskombinationen zu suchen, das heißt, nach der Kookurrenz (gemeinsames Vorkommen) von verschiedenen Wörtern oder Begriffen in einem gegebenen Kontextrahmen.

Die MHDBDB umfasst derzeit über 120 Texte (mehr als 5 Millionen Wörter), dabei die wichtigsten epischen Werke, aber ebenso Texte aus der Lyrik, religiöse und historiographische Werke, d.h. sie bietet einen repräsentativen Querschnitt durch den mhd. Wortschatz hinsichtlich Einzelwörtern, Wortformen und vor allem Begriffsfeldern. Der Wortschatz ist zum größten Teil bereits nach grammatischen Formen und Bedeutungen definiert. Sofern einzelne Wörter hinsichtlich ihrer Bedeutung noch nicht definiert sind, findet man dennoch die entsprechenden Wort- und Schreibformen.

Mit Hilfe der verschiedensten Suchbefehle kann man nach Einzelwörtern, Wortteilen und Begriffsfeldern suchen, und zwar in den unterschiedlichsten Kombinationen wie z.B.:
– Wo erscheinen in der mhd. Heldenepik die Wörter ritter und got im Abstand von 4 Versen oder weniger? Und wo zusammen mit einem Wort aus dem Begriffsfeld ´LIEBE´? Und wo steht dabei got im Reim? Und wo erfüllen sich diese Suchkriterien im gesamten Textkorpus?
Mit der großen Bilddatenbank IMAREAL des Instituts für Realienkunde in Krems ist die MHDBDB durch einen Link verbunden. Diese Zusammenarbeit soll noch weiter intensiviert werden.

Die MHDBDB hat seit dem Jahr 2002 ihren physischen Sitz an der Universität Salzburg, und zwar auf Grund der jahrzehntelangen Beziehungen zwischen der Altgermanistik in Bowling Green sowie den Computerwissenschaften und der Altgermanistik in Salzburg. Verantwortlich für die MHDBDB in Salzburg ist Margarete Springeth, die auch für Auskünfte jederzeit zur Verfügung steht (E-Mail: margarete.springeth@sbg.ac.at). Ulrich Müller fungiert als Koordinator für die MHDBDB in Salzburg (E-Mail: ulrich.mueller@sbg.ac.at). Die Gründungsdirektoren Klaus M. Schmidt (Bowling Green State University / Universität Salzburg; E-Mail: schmidt@bgnet.bgsu.edu) und Horst P. Pütz (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; E-Mail: suger010@germa.germsem.uni-kiel.de) bleiben in ihren ursprünglichen Funktionen weiterhin Mitglieder des Arbeitsteams.

Die Datenbank wird – wie erwähnt – laufend erweitert. Korrigierte, elektronisch lesbare Texte können jederzeit zur Verfügung gestellt und in die Datenbank eingelesen werden. Die „Quelle“ wird selbstverständlich mit den notwendigen Informationen über Urheber und Ersteller verzeichnet.